Liebe Sternfreunde,
im Rahmen der Diskussion frug Erwin Schwab, ob die Asteroiden der Hilda-Gruppe von meinen Simulationen erfasst werden. Ich habe ein wenig gestammelt, weil ich das noch nicht gerechnet hatte. Jetzt aber!
Bei der Simulation zur Stabilität der Lagrange-Punkte entstand das erste Diagramm. Die blauen Punkte entstammen dabei einem Körper aus dem Punkt L1. Im mitrotierenden Koordinatensystem ist er zwar in jedem Winkel zu Jupiter einmal zu finden. Er "erinnert" sich aber an seinen Lagrangepunkt, macht dann eine "Ecke" und läuft langsamer. Wenn man da ein wenig herumspielen würde, dann könnte man sicherlich erreichen, dass der Lagrangepunkt 1 immer wieder recht genau getroffen würde.
Die Asteroiden der Hilda-Gruppe sind etwas ähnlich. Sie laufen in einer 3:2-Resonanz um Jupiter. Das bedeutet, sie machen 2 Umläufe, wenn Jupiter 3 macht.
Ihr Bezug ist nicht der Lagrange-Punkt 1, sondern die Punkte 4 und 5 (die Trojaner-Punkte) und 3 (hinter der Sonne). Die Hilda-Asteroiden werden auch in jedem Differenzwinkel gefunden, die Differenzbahn wird aber in diesen drei Punkten ein wenig eckig und die Körper verweilen dort etwas länger.
Das kann man daran sehen, wenn man alle bekannten Asteroiden der Gruppe zu irgendeinem Zeitpunkt mal in bezug an Jupiter darstellt:
https://en.wikipedia.org/wiki/Hilda_ast ... ldas01.jpg
(Wikipedia)
Ich habe Hilda selbst einmal über 5000 Jahre verfolgt und ihre Positionen ca. 1 Mal pro Jahr dargestellt habe. Nur mit einem solch großen Zeitabstand sieht man, wo sich der Asteroid häufiger aufhält. L4 und L5 übern eine größere "Anziehungskraft" aus.
Ich habe dann noch einen kürzeren Zeitabschnitt ausgegeben, allerdings Positionen aller 30 Tage. Darinnen sieht man gut, wie die Bahn relativ zu Jupiter verläuft.
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Der lila Strich ist Jupiter. Im Gegensatz zum Journal gehe ich hier nicht von idealisierten Bedingungen aus, sondern der Sonnenabstand variiert entsprechend der Exzentrizität.