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| Das neue Dwarf mini https://forum.vdsastro.de/viewtopic.php?t=7745 |
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| Autor: | Uwe Pilz [ 04. November 2025, 14:18:53 PM ] | ||
| Betreff des Beitrags: | Das neue Dwarf mini | ||
Liebe Sternfreunde, die Dwarf-Teleskope bestechen vor allem durch die geringe Größe. Sie passen in jeden Rucksack. Ich besitze das Dwarf-3 mit 35 mm Öffnung, es ist nicht größer als ein Wörterbuch. Die Firma hat jetzt ein weiteres Gerät herausgebracht, das Smart mini mit 30 mm Öffnung. In den USA werden die Geräte schon ausgeliefert, weir müssen noch ein paar Wochen warten. Im Vorfeld habe ich ein wenig recherchiert und die Unterschiede herausgestellt. Es geht um die Frage: Für wen ist es geeignet und für wen ist das Dwarf-3 die bessere Wahl (oder ganz etwas anderes). Code: Dwarf-3 Dwarf mini
Öffnung 35 mm 30 mm
Brennweite 150 mm 150 mm
Äquivalentbrennweite 737 mm 1016 mm
Öffnungsverhältnis 4,3 5,0
Gewicht 1,3 kg 840 g
Sensor IMX678 IMX662
Pixel 3840·2160 1920·1080 (8,3 und 2,1 MPx)
Fokusbereich > 4 m >5 m
WW-Kamera 45 mm 45 mm (Äquivalenzbrennweite)
Pixelgröße 2.0 µm 2.9 µm (quadratisch)
Sensorgröße, diag. 8.8mm 6.4mm
QE 83% 91%
full well capacity 11.27ke- 30ke-
fwc per µm² 2.81 ke- 3.57 ke-
Gesichtsfeld 2.95°·1.66° 2.14°·1.21°
RAM 128 GByte 64 GByte
Akku 10 Ah 7 Ah
Filter UV/IR-Sperr UV/IR-Sperr (Tageslicht)
[O-III]/H-α [O-III]/H-α (Dualband)
Dunkelfilter (für darks)
Welche Auswirkungen hat das in der Praxis? Natürlich nur theoretisch, einen Vergleichstest bringe ich noch.Weniger Akku bedeutet natürlich weniger Gewicht, das ist sicher ein Entwurfsziel. Weniger Speicher ist auch in Ordnung, da die Bilder jeweils weniger Speicherplatz benötigen. Auflösung : Die Rayleigh-Grenze für ein 30-mm-Objektiv ist etwas niedriger als die für ein 35-mm-Objektiv. Daher ist eine größere Pixelgröße akzeptabel. Insgesamt wird die Leistung bei Sonne, Mond und kleineren Nebeln schlechter sein. Lichtstärke: Das sieht man auf den ersten Blick nicht, aber das Dwarf Mini benötigt weniger Belichtungszeit. Natürlich hat man f/4,3 gegenüber f/5 und verliert eine halbe Blendenstufe. Andererseits sind die Pixel mehr als doppelt so groß. Das bedeutet, dass man bei gleicher Sättigung eine halbe Blendenstufe gewinnt: Größere Pixel sammel mehr Licht, zu Lasten der Auflösung. Ein wenig trägt hierzu auch die höhere Quenateneffizienz (QE) bei. Das Risiko der Überbelichtung ist beim Mini geringer, da die Pixel größer sind und somit deren Speicherkapazität (full well capacity) größer ist. Es hat sogar eine größere Kapazität pro Chipfläche – die Technologie ist hier weiter fortgeschritten Gesichtsfeld: Ich mag das große Sichtfeld des Dwarf-3 sehr. Daher ist es schade, dass man beim mini etwas davon einbüßt. Anscheinend kann das mini "unterwegs" Dunkelbidler aufnehmen. Das ist deshlab wichtig, da sich die Geräte bei Betrieb erwärmen und die Temperatur "davonläuft". Möglich sit dies durch einen eingebauten Dunkelfilter. Ob dieser auch als Sonnenfilter wirkt, das bekomme ich noch heraus. Die Domäne dieser kleinen Teleskope sind ausgedehnte Nebel. Wahrscheinlich wird man hier keinen großen Unterschied feststellen. Bei derselben Belichtungszeit kommt man in etwa zu gleichen Ergebnissen, und die Auflösung im Bogensekundenbereich braucht man hier nicht. Ich berichte weiter, so bald ich ein gerät in der Hand habe. Noch ein paar Anmerkungen dazu: Die Dwarf Instruments (und alle anderen intelligenten Teleskope) sind nicht als Planetenteleskope gedacht. Sie dienen hauptsächlich der Beobachtung großer Nebel. Der Begriff „groß“ beginnt bei wenigen Bogenminuten und endet bei wenigen Grad. Für diese Nebel benötigen wir keine hohe Auflösung im Bereich niedriger Bogensekunden. Bei den meisten Objekten dürfte der Unterschied zwischen den beiden Auflösungen gering sein. Dies gilt jedoch nicht für Sonne und Mond. Links zu den Herstellerseiten: Dwarf-3 und Dwarf mini. ~ Inzwischen habe ich ein Dwarf-mini hier, und das Bild zeigt den Lieferumfang: - das Gerät selbst - eine stabile Kiste zum verpacken (aber keine Tragetasche wie beim Dwarf-3 - ein Sonnenfilter mit Magnet-Clip - eine Anleitung, ein USB-C-Ladekabel, ein Putztuch
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| Autor: | Uwe Pilz [ 21. November 2025, 22:21:46 PM ] | ||
| Betreff des Beitrags: | Re: Das neue Dwarf mini | ||
Ich habe jetzt ein Dwarf mini hier und kann es mit dem Dwarf-3 vergleichen. Es ist ja nicht so, dass da eines besser ist als das andere, es kommt auf die Anwendung an. Zunächst: Das Mini ist wirklich deutlich kleiner. Das bedeutet auch, das man ein leichteres Stativ benutzen kann. Insgesamt ist das ein deutlich kleineres und leichteres Setup, was auf Reisen zählt. Schon der "Trockentest" im Hellen offenbart, waran am Mini gespart wurde: Am Tageslichtmodus. 1) Es gibt keinen visuellen Filter, aber eine Software-Farbkorrektur, die erstaunlich gut funktioniert 2) Es gibt dieses Objektverfolgungsmodus nicht, womit man Tiere verfolgen kann. Für die Astronomie ist das belanglos. Ich habe weiter die Empfindlichkeit der Sensoren verglichen. Zumindest bei niedrigem Gain hat da sMini einen kleinen Vorteil, vielleicht eine halbe Blende. Ab Gain=60 ist das nicht mehr zu unterscheiden. Gain=0 ist um die 100 ASA, Eine Erhöhung des Gain-Wertes um 20 verdoppelt die Empfindlichkeit. Das kann man zumindest als Richtwert nehmen. Gain=60 ist ungefähr 800 ASA, Gain=120 ca. 3200 ASA. DIe neue App funktioniert mit beiden Geräten, man kann sich also mit dem Gerät der Wahl verbunden. Ich habe mein Smartphone und mein Tablet benutzt, weil ich Test gemacht habe, wo völlig parallel belichtet wurde.
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| Autor: | Uwe Pilz [ 21. November 2025, 23:01:29 PM ] | |||
| Betreff des Beitrags: | Re: Das neue Dwarf mini | |||
Ich habe als erstes einen großflächigen Nebel aufgenommen, IC1396. Bitte keine Wunder erwarten, ich habe vom Stadtrand aus fortografiert und eine halbe Stunde lang belichtet - ohne Filter. Die Bilder sind völlig identisch belichtet. Natürlich macht sich bemerkbar, dass das Dwarf-Mini ein kleineres Bildfeld hat. Ich habe außerdem noch zwei gleiche Ausschnitte in voller Auflösung beigelegt. Der Unterschied ist geringer, als ich erwartet habe.
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| Autor: | Uwe Pilz [ 21. November 2025, 23:07:53 PM ] | ||
| Betreff des Beitrags: | Re: Das neue Dwarf mini | ||
Als nächstes habe ich den Offenen Sternhaufen NGC 7789 belichtet. Meine Vorstellung war, dass solche Haufen von der höheren Auflösung profitieren. Und das ist tatsächlich so: Die Bilder in hoher Auflösung sprechen für sich.
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| Autor: | Uwe Pilz [ 21. November 2025, 23:19:27 PM ] | ||
| Betreff des Beitrags: | Re: Das neue Dwarf mini | ||
Und zuletzt noch ein insgesamt schwieriges Objekt, der Blaue Schneeball NGC 7662. Er ist schwierig, weil er so klein ist. In beiden Instrumenten enttäuschennd.
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| Autor: | Uwe Pilz [ 23. November 2025, 21:20:26 PM ] | |||
| Betreff des Beitrags: | Re: Das neue Dwarf mini | |||
Ich habe erprobt, ob sich das Dwarf mini zur Kometenfotografie und Auswertung mit Airtools einsetzen lässt. Ja, es geht. Das Bayer-Pattern ist gleich, so dass bei den Kamera-Parametern nur die Pixel-Auflösung geändert werden musste. Die Abweichungen zum parallel laufenden Dwarf-3 war ein Zehntel mag. Ich lege zwei Kometenbilder aus Airtools bei, gestackt auf den Kometen. Im Bild mit 3I (gemessen: 10m9) ist die Galaxie NGC 4454 (11m9). Im Bild von 240P ist die abgespaltene Komponente zu sehen (ca. 14 mag). Es sieht so aus, als ob man auch mit diesem kleinen Instrument Kometen bis 14 mag oder etwas tiefer fotografieren und vermessen kann.
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