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BeitragVerfasst: 11. Februar 2009, 23:47:37 PM 
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Liebes Forum,

als Spektroskopie-Einsteiger habe ich mit dem Staranalyzer erste Spektren aufgenommen und zusammengestellt (beigefügtes Bild). Die Spektren sind ordentlich geschärft wodurch Artefakte möglich sein können. Die spektrale Empfindlichkeit des DSI Pro Chips habe ich nicht korrigiert. Möglicherweise kommen daher die breiten "Banden" zwischen 500 und 600 nm insbesondere bei den B und A-Spektren.
Falls Jemand diese Spektren verwenden möchte kann ich auch noch ein paar Worte dazu schreiben.

Viele Grüße
Roland Bähr


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BeitragVerfasst: 12. Februar 2009, 01:42:09 AM 
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Hallo Roland,

da hast du dir viel Mühe gemacht.

Die streifige Strukturen in den Spektren scheinen tatsächlich von der Bildbearbeitung zu kommen. Z.B. ist die H alpha-Linie, die in den meisten Sternspektren sehr stark ist, eigentlich nur in T Tauri in Emission zu sehen.

Bei der Spektroskopie kommt es darauf an, die Aufnahmen als Messung zu respektieren, die man möglichst wenig bearbeitet und nur kontrolliert von Fehlern wie dem Rauschen, dem Dunkelstrom, heißen Pixeln oder dem Himmelshintergrund befreit. Jede Bearbeitung enthält das Risiko, die Messung zu verfälschen.

Arbeitstechniken, wie man sie von der Astro-Fotografie her kennt, sind hier sehr gefährlich und führen schnell zu Artefakten oder nicht-linearen Messwertverfälschungen.

Versuch doch mal, deine Spektren behutsam auszuwerten ohne Schärfen und ähnliches.

Herzlicher Gruß
Lothar

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Herzliche Grüße / best regards

Lothar

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BeitragVerfasst: 12. Februar 2009, 11:12:22 AM 
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Hallo Lothar,

bei diesen Spektren kam es mir zunächst mal nur darauf an eine Liste von Vergleichspekten zu erstellen, die es mir ermöglicht von mir aufgenommene unbekannte Spektren den Spektraltypen zuzuordnen. Also habe ich versucht die typischen Merkmale deutlich hervorzuheben - natürlich auf Kosten der quantitativen Auswertung und der möglichen Artefakte - und vielleicht dabei bewusst übertrieben.
Es hat mich schon sehr überrascht wie gut man mit dieser einfachen Methode die Spektraltypen unterscheiden kann. Und noch mehr, wie gut die Spektren gleicher Spektraltypen (trotz der Artefakten) übereinstimmen.
Demnach dürfte es auch ungeübten Anfängern und Schüler etc. möglich sein erste Spektralklassifikationen anhand eigener Aufnahmen vorzunehmen.
Mit weitergehenden quantitativen Auswertungen habe ich mich noch nicht beschäftigt. Das wäre der nächste Schritt - ich bin allerdings skeptisch ob aus solchen einfachen nierdigaufgelösten Spektren wesentlich mehr Informationen ableitbar sind.


Herzliche Grüße
Roland


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BeitragVerfasst: 12. Februar 2009, 11:22:02 AM 
"Roland Bähr" <astronos@arcor.de> schrieb:

bei diesen Spektren kam es mir zunächst mal nur darauf an eine Liste von Vergleichspekten zu erstellen,

... bitte Roland, könntest du die Spektren noch einmal hier einstellen, bei mir ist nur Kryptisches angekommen.
Gegebenenfalls könnten wir auf unserem Einsteigertreffen, zu dem du ja auch kommen wirst, darüber diskutieren (wenn´s dir recht ist).
Ernst


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BeitragVerfasst: 12. Februar 2009, 19:03:06 PM 
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Hallo Roland,

Glückwunsch zu Deinem Katalog.
Ich schlage - wie Lothar auch - vor, die Rohdaten zu zeigen. Quasi ohne Bearbeitung. Wenn Du Lust hast, kannst Du die Spektren auch scannen (mit IRIS oder MaximDL gelingt das einfach). Da erkennst Du einfach mehr.

Gruß
Thomas
Zitat:
Hallo Lothar,

bei diesen Spektren kam es mir zunächst mal nur darauf an eine Liste von Vergleichspekten zu erstellen, die es mir ermöglicht von mir aufgenommene unbekannte Spektren den Spektraltypen zuzuordnen. Also habe ich versucht die typischen Merkmale deutlich hervorzuheben - natürlich auf Kosten der quantitativen Auswertung und der möglichen Artefakte - und vielleicht dabei bewusst übertrieben.
Es hat mich schon sehr überrascht wie gut man mit dieser einfachen Methode die Spektraltypen unterscheiden kann. Und noch mehr, wie gut die Spektren gleicher Spektraltypen (trotz der Artefakten) übereinstimmen.
Demnach dürfte es auch ungeübten Anfängern und Schüler etc. möglich sein erste Spektralklassifikationen anhand eigener Aufnahmen vorzunehmen.
Mit weitergehenden quantitativen Auswertungen habe ich mich noch nicht beschäftigt. Das wäre der nächste Schritt - ich bin allerdings skeptisch ob aus solchen einfachen nierdigaufgelösten Spektren wesentlich mehr Informationen ableitbar sind.


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BeitragVerfasst: 12. Februar 2009, 20:43:50 PM 
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Zitat:
ich bin allerdings skeptisch ob aus solchen einfachen nierdigaufgelösten Spektren wesentlich mehr Informationen ableitbar sind.
Hallo Roland,
aus solchen Spektren läßt sich eine ganze Menge entnehmen. Mußt es nur herrauslocken.
Einmal die ungefähre Klassifizierung der Sterne in ihre Spektralklassen und damit die Physik und die Zusammensetzung der Oberfläche der Sterne (Temperatur, Druck, chemische Zusammensetzung....
Auffinden von Emissionslinien (meist verursacht von heißen Gaswolken im Umfeld der Sterne)...

Dazu musst du aber eine reproduzierbare Standardprozedur für die Bearbeitung deiner Rohaufnahmen verwenden, die nur reale Beeinflussungen des Rohspektrums auf nachvollziehbare Weise eliminieren. Dazu gehören aber (auf unserem Niveau) keine Bildschärfungsmethoden. Dein Spektrograph hat eine bestimmte Auflösung. Und alles, was nachträglich die Aufnahme "schärfer" macht, sind künstliche Artefakte.

Herzlicher Gruß
Lothar

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Lothar

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BeitragVerfasst: 13. Februar 2009, 12:55:31 PM 
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Hallo Roland,

bei den Franzosen gibt es eine aktive Gruppe, die Messungen mit dem Staranalyzer durchführen. Das ist auch ein einfaches Gitter, ähnlich wie du es praktizierst.
http://tech.groups.yahoo.com/group/spec ... ssage/5667

Von obiger URL kannst du dich weiterhangeln (aber alles französisch oder englisch).

Lieber Gruß
Lothar

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BeitragVerfasst: 13. Februar 2009, 12:57:31 PM 
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Hallo Thomas, Ernst und Lothar

Vielen Dank für Eure Anmerkugen.

Zitat:
Ich schlage - wie Lothar auch - vor, die Rohdaten zu zeigen. Quasi ohne Bearbeitung. Wenn Du Lust hast, kannst Du die Spektren auch scannen (mit IRIS oder MaximDL gelingt das einfach). Da erkennst Du einfach mehr.

Anbei 3 Abbildung zum Beispiel "Aldebaran".
- Das aufgenommene Rohbild (um 0.5Grad gedreht),
- das daraus erzeugte Spektrum und
- das zugehörige Spektrumprofil (auf die Schnelle mit Fitswork erstellt).

Ich denke Weitergehendes könnten wir auch am 28.2. in Heppenheim diskutieren.

Viele Grüße
Roland


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aldebaran_profil.jpg
aldebaran_profil.jpg [ 35.32 KiB | 5188 mal betrachtet ]
aldebaran_roh_spektrum.jpg
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aldebaran_spektrum.jpg
aldebaran_spektrum.jpg [ 1.4 KiB | 5188 mal betrachtet ]
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BeitragVerfasst: 13. Februar 2009, 12:59:13 PM 
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Und hier noch eine englischsprachige website von unserem Freun Robin.

http://www.threehillsobservatory.co.uk/ ... oscopy.htm

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Herzliche Grüße / best regards

Lothar

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BeitragVerfasst: 13. Februar 2009, 13:03:14 PM 
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Zitat:
Ich denke Weitergehendes könnten wir auch am 28.2. in Heppenheim diskutieren.
Hi Roland,

am besten erzeugst du mal eine "response Kurve" deiner Apparatur mittels eines Standardsterns. Dann kannst du mit dieser deine Spektren normieren und erhälst Spektren, die etwa den wahren Sternspektren entsprechen.
Wie das geht am besten mündlich und gleich in der Praxis am PC (Heppenheim).

Lieber Gruß
Lothar

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Lothar

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BeitragVerfasst: 13. Februar 2009, 13:48:50 PM 
"Roland Bähr" <astronos@arcor.de> schrieb:

Anbei 3 Abbildung zum Beispiel "Aldebaran".
- Das aufgenommene Rohbild (um 0.5Grad gedreht),
- das daraus erzeugte Spektrum und
- das zugehörige Spektrumprofil (auf die Schnelle mit Fitswork erstellt).
Ich denke Weitergehendes könnten wir auch am 28.2. in Heppenheim diskutieren.

...hallo Roland,
herzlichen Dank für die Zusendung der Spektren.
Wärst du bereit, zu diesen einige Worte auf dem Einsteigerkurs sagen ?
Wir könnten die ja kurz präsentieren, zumahl auch von anderen Sternfreunden solche Spektren gezeigt werden.

Beste Grüße,
Ernst


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BeitragVerfasst: 14. Februar 2009, 11:52:32 AM 
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Hallo Ernst,

je nachdem wie es zeitlich und inhaltlich passt kann ich in Heppenheim gerne einige Spektren, Aufnahme-/Auswerttechnik und meine Gedanken dazu kurz vorstellen.

Viele Grüße
Roland


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BeitragVerfasst: 14. Februar 2009, 18:50:28 PM 
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Hallo Roland,

danke für die Rohbilder. Ich empfehle Dir, zunächst an späten B- und A-Sternen zu "trainieren" (=optimales Fokusieren und Lage des Gitters etc.). Da sind die Balmer-Linien dominant und erlauben über deren Tiefe und Breite gute Aussagen zum Fokus etc.

Leider bin ich in HP nicht dabei (bin dann gerade erst vom Beobachten zurück). Wäre auch für mich sehr interessant gewesen.

Gruß,
Thomas

Roland Bähr schrieb:
Zitat:
Hallo Thomas, Ernst und Lothar

Vielen Dank für Eure Anmerkugen.

Zitat:
Anbei 3 Abbildung zum Beispiel "Aldebaran".
- Das aufgenommene Rohbild (um 0.5Grad gedreht),
- das daraus erzeugte Spektrum und
- das zugehörige Spektrumprofil (auf die Schnelle mit Fitswork erstellt).

Ich denke Weitergehendes könnten wir auch am 28.2. in Heppenheim diskutieren.


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BeitragVerfasst: 15. Februar 2009, 17:11:33 PM 
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Hallo Roland,

Ich hoffe, dass dieses Google-Übersetzung aus dem Englischen korrekt ist.

Ich freue mich sehr, dass der Star-Analysator ist so gut für Sie. Ich habe zwei Ihrer Spektren und entfernt das Kontinuum, so können wir vergleichen mit dem Standard-Spektren. Ja, es gibt einige Artefakte, aber die wichtigsten Merkmale richtig sind. Darf ich Ihre Spektren zeigen, an die Mitglieder meiner Gruppe staranalyser Yahoo?

Best Wishes
Robin

(English

I am very pleased that the Star Analyser is working so well for you. I have taken two of your spectra and removed the continuum so we can compare with the standard spectra. Yes there are some artifacts but the main features are correct. May I show your spectra to the members of my staranalyser Yahoo group?)


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sirius_normcontin.png
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BeitragVerfasst: 16. Februar 2009, 11:42:55 AM 
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Hello Robin,

You can show my spectra to the staranalyser group very gladly.
But I want to point out that the spectra were very strongly worked on (contrast, sharpen etc.). I am an beginner and until now not experienced removing the continuum, correcting sensivity of the CCD an so on (I hope to learn these techniques soon). So the spectra are primarily meant for the direct comparison to equal worked on spectra.

Best wishes
Roland


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BeitragVerfasst: 16. Februar 2009, 11:58:13 AM 
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Hello Robin,

a remark to the continuum corrected spectra:

I think the "waves" in my spectra, mainly between 500 and 650 nm are a produkt of the spectral CCD-sensitivity, the data sheet of the DSI-Pro chip (ICX254AL) shows such "waves".

Best wishes
Roland


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BeitragVerfasst: 16. Februar 2009, 16:45:03 PM 
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Zitat:

I think the "waves" in my spectra, mainly between 500 and 650 nm are a produkt of the spectral CCD-sensitivity, the data sheet of the DSI-Pro chip (ICX254AL) shows such "waves".
Hello Roland,

Yes that is possible. (Some of the Kodak CCDs are even worse) Wave artifacts can also be produced by the image processing if you have to rotate the spectrum to make it horizontal.

Best Wishes
Robin


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