Hallo,
in der letzten Schönwetterphase konnte ich wieder einige Galaxienspektren gewinnen. Heute zeige ich Euch die Ergebnisse von NGC1023, einer SB0-Galaxie im Perseus.
NGC1023 ähnelt eher einer Elliptischen Galaxie als eine Spiralgalaixe, da sie keine Hauptebenen it einerm Spralarmmuster aufweist. An ihrerm linken Rand sieht man den kleinen Begleiter NGC1023A. Schaut man genauer hin, so sieht man im inneren Bereich der SB0-Galaxie zwei Auffhellungen, die auf einen Balken hinweisen. Dies ist der Grund, warum man NGC1023 als SB-Typ, also als Balkenspiralgalaxie, eingeordnet hat.

Die Aufnahme zeigt NGC1023 und wurde mit einem 11"-Schmidt-Cassegrain Teleskop erstellt.
Ich habe den Spalt von LISA entlang der Längsachse orientiert, jedoch war nur das Zentrum hell genug um einen verwertbaren Spektralstreigen zu erzeugen. Die Helligkeit des Zentrums liegt bei etwa 11mag. Zur besseren Orientierung habe ich die Kalibrationslinien mit dargestellt. Für das Spektrum habe ich drei Einzelaufnahmen mit je 30min Belichtungszeit gemittelt. Bei den FITS-Rohdaten wurde ein 3x3-Medianfilter benutzt, um das Rauschen zu minimieren. Das Rauschniveau liegt auf der blauen Seite des Spektrums bei etwa 500-600 Units.
Im NGC1023 Spektrum erkennt man keine Hinweise auf Aktivität im Zentrum, d.h. es fehlen Emissionslinien. Sehr charakteristisch sind aber die Absorptionslinien von Magnesium (bei 518.0nm) und Natrium (bei 590.3nm), die belegen, das das galaktische Zentrum von vielen Sternen mit einem K-Spektraltyp bestimmt wird.
Der folgende Ausschnitt aus dem Spektrum von NGC102 zeigt den Bereich um die H-Alpha-Linie. Auch diese ist als Absorptionslinie enthalten - und lässt sich recht genau messtechnisch behandeln, da die Kalibrations-Glimmlampe eine H-Alpha-Linie mitliefert. Auch wenn die H-Alpha-Linie, im Vergleich zu den Mg-I und Na-I Linien, schwächer ausgeprägt ist, eignet sie sich fast besser zur Bestimmung der Fluchtgeschwindigkeit, da der Wert der Wellenlängenverschiebung, relativ betrachtet, größer ist und man daher einfacher messen kann. Die Verschiebung liegt im Bereich von nur 1nm bis 2nm, was bei der geringen LISA Auflösung eine Herausforderung darstellt. Die Schwierigkeit der Messung habe ich versucht damit zu illustrieren, dass ich einmal den tiefsten Punkte der H-Alpha-Absorptionslinien (rechte hellblau Linie) und einmal die FWHM-Lage (rechte hellblaue Linie) markiert habe.
Die zwei Werte liefern folgende unterschiedliche Geschwindigkeiten (mit heliozentr. Korrektur):
- H-Alpha-Minimum 553 km/s (Delta 13,3%)
- H-Alpha-FWHM 639 km/s (Delta 0,3%)
Die Delta-Angabe bezieht sich auf den Literaturwert der Fluchtgeschwindigkeit von NGC1023, der bei 637 km/s liegt.
Schöne Grüsse,
Michael
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14"-Hypergraph, Spektrographen: Dados & LISA