Zitat:
Zum Feld E13 (Spaltweite) steht dort auch der Kommentar "Wenn spaltlos gearbeitet wird hier unbedingt Null eingeben !!!" Mit Spalt muss man also die Spaltweite einstellen.
Hallo Klaus und Thomas,
das ist schon klar.
Wenn ich mich nicht irre, ist folgender physikalische Sachverhalt im sheet nicht richtig umgesetzt:
Betrachten wir gedanklich einen Spaltspektrographen mit einer Spaltweite von 50 um. Sitzt davor ein Teleskop, das beugungsbegrenzt (= bei seeing = 0) ein Sternscheibchen von 10 um auf dem Spalt abbildet, fällt das Scheibchen durch den Spalt komplett durch, der Spalt ist wirkungslos (sozusagen nicht vorhanden). Wenn ich nun das seeing "einschalte" und langsam hochfahre, so wird es irgendwo ein seeing geben, z.B. 3", bei dem das jetzt seeingbestimmte Sternscheibchen genau so groß wie die Spaltbreite wird. Bis hierhin war der Spalt wirkungslos (und fast unnötig). Erst wenn das seeing höher und damit das Sternscheibchen auf dem Spalt größer als die Spaltbreite wird, wirkt der Spalt und jetzt ist die Auflösung unabhängig vom seeing geworden (und wird abhängig von dem Parameter Spaltweite).
Entscheidend für dieses Gedankenexperiment ist also die Spaltweite und das seeing (bei gegebener Optik). Aber alles bezieht sich auf die Größe des Sternscheibchens in der
Spaltebene.
Im sheet wird diese Abhängigkeit vom seeing nicht richtig umgesetzt.
Gibt man im anliegenden sheet eine Spaltweite von 1000um ein (als sei kein Spalt da) und ein seeing von Null, ergibt sich ein R von 12251. Das Sternscheibchen auf dem Spalt ist dann sehr klein und mit Sicherheit < Spaltweite. Die Auflösung ist rein beugungsbegrenzt (durch Tele, Kolli, Objektiv gefaltet) und entsprechend hoch. OK. Soweit einverstanden.
Gebe ich jetzt für das seeing 0,1" ein (fast nichts) springt das R auf 232, was real nicht der Fall sein kann, weil der Spalt noch nicht wirkt. Gebe ich Spaltweite Null (bei 0,1" seeing) ein, so kommt was vernünftiges heraus.
Gebe ich im sheet eine vernünftige Spaltweite ein, z.B. 35 um, dann ist bei seeing Null die Auflösung 12251. Gebe ich einen noch so geringen Wert für das seeing ein, wird offensichtlich die Spaltweite als bestimmend angesehen und daraus die jetzt geringere spaltweitenbestimmte Auflösung berechnet.
Es sieht so aus (erkennbar am FWHMt), dass in der Berechnung angenommen wird, dass bei seeing > 0 der Spalt immer durch das Sternscheibchen voll ausgeleuchtet ist, also der Sternscheibchendurchmesser in der Spaltebene wird immer durch die Spaltweite ersetzt, auch wenn das physikalisch nicht der Fall ist.
Die Berechnung sollte so erfolgen, dass
**im Bereich Durchmesser Sternscheibchen auf dem Spalt < Spaltweite die Auflösung durch das Sternscheibchen definiert wird (spaltloser Fall)
**im Bereich Durchmesser Sternscheibchen auf dem Spalt > Spaltweite die Spaltweite die Auflösung bestimmt (jetzt unabhängig vom seeing).
Hoffentlich habe ich das verständlich ausgedrückt.
Das sheet ist zwar so verwendbar, weil man mit Spalt real ja immer so arbeitet, dass der Spalt die Auflösung bestimmt (Spaltweite < Sternscheibchen in Spaltebene) und das seeing nicht Null ist (z.B. 3" oder 4"). Dann kommen auch vernünftige Werte raus. Aber man kann schon in Verwirrung kommen, wenn man entsprechende Zahlenkombinationen verwendet.
Liebe Grüße
Lothar