Hallo,
ich möchte in diesem Posting das Gerät kurz vorstellen, da es bei Amateuren in Deutschland nicht weit verbreitet ist. Bitte seht mir nach, wenn diese Beschreibung für die meisten nicht wirklich interessant ist, aber vielleicht gibt es ja den ein oder anderen neuen Aspekt.
LISA steht für "Long slit Intermediate resolution Spectrograph for Astronomy". Der LISA Spektrograph von Shelyak wird damit beworben, dass es besonders für lichtschwache Objekte geeignet sei. Technisch gesehen handelt es sich um ein Gitter-Spektrographen, mit einem 300l/mm Gitter. Ich nutze die visuelle Variante (400nm-700nm), es wird auch ein IR-LISA Set angeboten (650nm-1000nm).
LISA besitzt einen kompakten Aufbau, im Gerät selbst ist auch eine Nachführeinheit enthalten, man schließt also Hauptkamera und Guider an LISA an. Es wird ein Spaltplättchen mit 15/19/23/35µm Spalten mitgeliefert, ich habe dazu noch ein zweites erworben, das die Spaltbreiten 50/75/100µm bietet, und noch ein 19µm Loch. Der Austausch dieses Plättchen ist recht einfach, man schraubt den Halter ab, am Gehäuse gibt es, neben zwei Rändelschrauben zur Befestigung auch zwei Schraubenköpfe zur genauen Fixierung. Die folgende Aufnahme zeigt die Adaption von LISA an meinem 14" Hypergraphen (f/9). Der gesamte Aufbau ist bzgl. der Verkabelung noch provisorisch, ebenso auch die M86 / 2" Clicklock-Anschluss. Ich habe diesen durch ein rotierbares M68-Zwischenstück ersetzt, so dass ich die Spaltlage je nach Aufnahmeobjekt anpassen kann.
Die Hauptkamera (unten) ist mit einem T2-Anschluss montiert, da durch kann man die Lage des Spektrum auf dem Chip leicht einstellen und fixieren. Die über den Anschluss sichtbare kleine Platte kann abgenommen werden - auf der anderen Seite gibt es eben falls eine solche Platte. Entfernt man beide, kann man die Kamera-seitige Linse fokussieren (Brennweite 88mm), die weiße Nylonschraube fixiert dann die Linse. Die in LISA verbaute Kollimatorline hat eine Brennweite von 130mm, es ergibt sich ein Abbildungsfaktor des Spaltbildes von 0.68.
Oben erkennt man den Guider, in LISA sitzt eine Fokussiereinrichtung mit 75mm-Doublet-Linsen. Diese liefern eine gute Abbildungsqualität, so dass man den Spalt recht gut auf Objektdetails einstellen kann.
Eine Besonderheit bei LISA ist die zusätzliche "CalibrationUnit". Dies ist das weiße Kästchen, das aufmontiert ist, und das neben einer Flat-Lampe auch eine ArNe-Glimmlampe enthält. Das Kalibrationslicht fällt durch ein Fenster in das LISA Gehäuse, und wird durch einen verschiebbaren Spiegel auf den Spalt gelenkt. Dieses Verschieben erfolgt durch einen 12V-Elektromagnet. Das ganze funktioniert recht einfach, klickt man den Kalibrations-Schalter, erfolgt das Einspiegeln und man kann ArNe-Spektren aufnehmen, ohne etwas am Aufbau verändern zu müssen.
Die obige Aufnahme zeigt die abgebaute Unit mit leuchtender ArNe-Glimmlampe. Ich habe eine einfache Alufolien-KOnstruktion hinzugenommen, um mehr ArNe-Licht in LISA zu lenken,
und somit die Aufnahmezeit der Kalibrationsspektren zu verkürzen. Die folgende Aufnahme zeigt das Kalibrationsspektrum und die die 10 Linien, die ich zur Kalibration benutze. Das besondere ist, das es sich um eine ArNe- und keine Ne-Glimmlampe handelt. Diese liefert im Bereich von 400nm-500nm gut verwendbare Ar-Emissionslinien (420.067nm, 451.073nm und 476.487nm). In der Profildarstellung erscheinen deren Linienintensitäten im Vergleich zu den prominenten Ne-Linien eher mickrig, dennoch lassen sie sich sehr gut für die Kalibration verwenden.
Hier der Auschnitt des Kalibrationsspektralprofils mit Ne- und Ar-Linien (696.543nm, 706.722nm und 727.294nm).
Mit den gezeigten Ar-Ne-Kalibrationslinien ergibt sich bsp. ein RMS Fehler von 0.049nm bei den Kalibrationsspektren, die ich bei meiner NGC6764 Aufnahmereihe erstellt habe. Gefittet wird ein Polynom 4ten Grades, die größte Einzelabweichung einer Linie liegt bei 0.1nm.
Im first-light-Posting habe zur erreichbaren Minimal-Helligkeit mit LISA geschrieben. Dies liegt mit meiner Optik und Belichtungszeiten von 30min bei 15mag-16mag, mit einem einstelligen SNR. Und auch bezogen auf meinen Beobachtungsort. Bei den französischen LISA-Nutzern liest man, dass sie auch in diese Mag-Größenordung vorstoßen, aber mitunter nur 10min Belichtungszeit benötigen.
Schöne Grüsse,
Michael
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14"-Hypergraph, Spektrographen: Dados & LISA