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Irgendeine Präzession wird es schon geben, aber sie ist viel geringer als die der Erde.
Die Präzession kommt zustande, weil es eine Kraft gibt, welche die Erde kippen lässt. Dies ist die sog. Äquatorwulst. Wenn man ein Modell der Erde auf eine Platte legte, dann würde sie zum Äquator kippen - eben weil dort die Wulst ist. Der Kreisel wirkt stabilisierend, und aus dem Kippen wird die Präzessionsbewegung.
Der Mond hat einen Bauch auf der erdabgewandten Seite. Ursache nicht ganz geklärt, bzw. warum nicht auch auf der erdzugewandten Seite? Die dadurch ausgelösten zusätzlichen Kräfte werden aber von der Erde beeinflusst (kompensiert?). So dass dieses Kippmoment nicht in voller Höhe wirkt.
Viel wichtiger ist aber, dass der Mond viel langsamer rotiert und auch eine geringere Masse und damit ein geringeres Trägheitsmoment hat. Diese drei Größen sind bestimmend: Die externe Kraft, das Trägheitsmoment und die Winkelgeschwindigkeit. Ich nehme an, dass die Präzession einen viel kleineren Kegel beschreibt und dieser auch Millionen von Jahren umläuft und nicht in 26 Tausend. Außerdem wird die Präzession durch die Wirkung der Erde auf die Wulst gebremst, so dass vielleicht nur eine Schaukelbewegung, also ein Betrag zur Libration bleibt.
Der Mond auf seiner Umlaufbahn ist auch ein Kreisel. Das Trägheitsmoment ist sehr groß, da der Abstand von der Erde so groß ist. Diese Bahnbewegung hat eine kräftige Präzession, das sind die bekannten 18,6 Jahre.
_________________ Uwe Pilz, Fachgruppen Kometen und Astrophysik/Algorithmen.
Oft benutzte Instrumente: Fujinon 16x70 FMT-SX-2, TMB Apo 105/650, Skywatcher Evostar 120/900 ED, Ninja Dobson 320/1440, Smartscope Dwarf-3
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