Hallo Lothar,
da Herr Baade unsere Forumskommunikation zu omaga Ori leider nicht direkt mitlesen kann (er ist nicht Forumsteilnehmer),
leite ich seine Antwort auf diesem Wege hier weiter:
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"Dietrich Baade" <mailto:
dbaade@eso.org> schrieb:
> Lieber Herr Pollmann,
> ich bin weiterhin sehr beeindruckt von, und erfreut ueber, die Qualitate
> heutiger "Amateur"-Spektroskopie.
>
> Vielleicht die augenscheinlichste Verifikation (die natuerlich immer
> noch von technischen Fata Morgana geplagt sein kann) der
> Glaubwuerdigkeit spektraler Veraenderungen ist die Kombination der
> profile eine dreidimensionale Form (Wellenlaenge und Fluss wie im
> Einzelspektrum plus Zeit als dritte Achse - ich habe von Ihnen so etwas
> schon mal gesehen).
>
> Wenn die Differenz zwischen der geglaetteten Einhuellenden und den
> individuellen Spektren keine erkennbare Strukur enthaelt, handelt es
> sich entweder um Rauschen, d.h. Messfehler oder erratische
> Veraenderungen des Sterns (auch Sterne koennen unterhalb eines gewissen
> Niveaus rauschen!), oder um systematische Veraenderlichkeit, die jedoch
> noch nicht als solche erkennbar wird, weil die zeitliche Aufloesung
> nicht ausreicht.
>
> Als Beispiel nehmen Sie Wellen am Meeresstrand: Wenn man nur alle 5
> Minuten ein Foto macht, wird man nur schwerlich eine zeitliche
> Systematik ableiten koennen. Bei Bildern alle 10 Sekunden kann man aus
> ihnen wahrscheinlich einen netten Film machen, der aber viele Spruenge
> aufweisen wird. Wenn man die Aufloesung auf 0,1 Sekunden erhoeht,
> gewinnt man jedoch nichts, weil das Wellenmuster sich nicht wirklich
> periodisch wiederholt. Desgleichen geraet man an instrumentelle
> Grenzen, wenn man die Fotoserie aus der freien Hand macht, weil dann der
> Blickwinkel sich aendert, was auch zu Fehlern ("Rauschen" - aber nicht
> dem sprichwoertlichen Meeresrauschen) fuehrt.
>
> Bei einem veraenderlichen Stern weiss man die Zeitskalen nicht im
> voraus, sondern muss sie rein empirisch bestimmen.
> Mit den besten Gruessen
> Dietrich Baade.