Hallo Udo und Lothar,
bin heute das erste mal online. Ein paar Hinweise kann ich euch vielleicht geben:
1. Im Idealfall haben Ein- und Austrittslichtkegel den gleichen Öffnungswinkel. Praktisch wird der Kegel aber immer etwas aufgeweitet und er ist nicht mehr so scharf abgegrenzt. Wie stark diese Aufweitung und die konkrete Lichtverteilung im Austrittskegel ist hängt von vielen Parametern ab, z.B. optische Qualität der Endflächen, Länge der Faser, Biegungen.
2. Liegt der Winkel des Eintrittskegels nahe der N.A. der Faser oder sogar darüber, kommt es zu Einkoppelverlusten (die N.A. gibt den größtmöglichen Eintrittswinkel an). in eurem Fall f/2 hätte der Eintrittskegel eine N.A. von 0,25 (wenn ich micht nicht verrechnet habe). Die üblichen Quarz/Quarz-Fasern haben eine N.A. von ca. 0,22. Schon beim Einkoppeln hättet ihr also die ersten Lichtverluste! Es gibt auch Fasern mit sehr großer N.A. (bis etwa 0,49), sogen. PCS-Faser (Kunststoffcladding). Bei diesen würdet ihr problemlos alles hinein bekommen, aber die Probleme wachsen auf der Auskoppelseite wie folgt:
3. der Austrittskegel entspricht also bei voller Ausleuchtung einer N.A. von 0,22 = f/2,25.
Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten, in den Spektrographen einzukoppeln:
a. die Faserendfläche tritt an die Stelle des Spaltes. dann bekommt man nur einen kleinen Teil des Lichtes in den Spektrographen, da ein so großer Winkel des Austrittskegels wohl kaum zum Kollimator eines Spektrographen passt. Will man also diese Art der Einkopplung, muss man das f des Teleskops entsprechend an das f des Kollimators anpassen (längere Brennweite).
b. will man das Licht auf einen Spalt fokusieren, benötigt man eine Zwischenoptik. Mit dieser könnte man den Lichtkegel an das Öffnungsverhältnis des Kollimators anpassen. Aber leider vergrößert man dabei in eurem Fall die Abbildung der Faserendfläche in der Spaltebene. Will man den Spalt aber dennoch nicht erweitern hat man hier die Lichtverluste oder man vergrößert die Spaltbreite und verschlechtert damit das Auflösungsvermögen des Spektrographen.
Fazit: die Physik der Lichtleiter ist gemein mit uns

Ohne Lichtverluste durch schlechte Anpassung bekommt man das Licht nur in den Spaltspektrographen, wenn das Öffnungsverhältnis des Teleskops dem des Kollimators entspricht, besser wegen der unvermeidlichen Aufweidung des Kegels im Lichtleiter noch etwas kleiner - also längere Teleskopbrennweiten sind besser für den Einsatz eines Lichtleiters.
Daraus folgt weiterhin:
Die Nachführgenauigkeit muß bei längeren Teleskobrennweiten exakter sein oder man wählt einen Lichtleiter mit einem etwas größeren Durchmesser, was dann wieder zur Verringerung der Auflösung oder zu Lichtverlusten beim Spektrographen führt.
Letzlich muß man Kompromisse eingehen.
Ich sehe leider keine optimale Lösung für das C14 mit f/2 ! ???
Eine 50µ-Faser ist, wenn man erst Erfahrungen sammeln muß, sehr mutig. Auf keinen Fall noch dünner. Da kommen dann noch ganz andere Probleme dazu. So dünne Stufenindexfasern sind mir übrigens nicht bekannt. Seid ihr sicher, das es eine ist ? oftmals sind Gradientenfasern mit einer noch etwas kleineren N.A. so dünn.
Ich hätte euch gern erfreulichere Fakten geschrieben.
Viele Grüße
Roland