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 Betreff des Beitrags: Beratung für Einsteiger
BeitragVerfasst: 27. Oktober 2017, 09:46:04 AM 
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Nutzer

Registriert: 21. Oktober 2017, 23:25:28 PM
Beiträge: 27
Liebe Sternfreunde,

Ich möchte mir gern ein Teleskop kaufen, um mit Amateur-Beobachtungen anzufangen, und ich würde mich über Eure Beratung sehr freuen.

Eigentlich bin ich Profi (Radio-)Astronom, habe aber so gut wie keine Ahnung von der Ausstattung für optische Beobachtungen, die Amateure benutzen.

Was wichtig für mich ist:

- ein System einfach zu bedienen, also mit motorisierter Montierung, und “GoTo” Anwendung oder ähnliches,
- die Möglichkeit, eine CCD-Kamera anzubringen (vielleicht später),
- für Astrofotografie geeignet (Planeten, aber auch deep-sky Objekte),
- das ganze Teleskop + Montierung usw. soll kompakt sein, und einfach im Auto zu transportieren (ich wohne in Berlin…),
- soll aber relativ robust sein (ich habe drei kleine Kinder),
- und auch nicht zu teuer! (weniger als 1000 Euro, erstmal nur Teleskop + Montierung + wesentliches Zubehör).

Zum Beispiel bin ich auf das Celestron Astro Fi 102 MAK gestoßen. Die Fernsteuerung mit WLAN klingt prima! Kennt irgendjemand dieses Teleskop?

Andere Empfehlungen sind willkommen! Es würde mich auch interessieren zu erfahren, was andere Amateure hier als Equipment benutzen.

Mit astronomischen Grüßen,
Frederic


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 Betreff des Beitrags: Re: Beratung für Einsteiger
BeitragVerfasst: 27. Oktober 2017, 19:56:25 PM 
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Meister

Registriert: 25. Oktober 2016, 20:00:27 PM
Beiträge: 204
Lieber Frederic,

zuerst einmal willkommen im Forum der Sternfreunde! Das Angebot an Einsteigerteleskopen ist heutzutage großartig. Mit dem Gerät, das du im Auge hast, wirst du den Mond und die Planeten ganz gut sehen können. Für Sternhaufen oder gar Galaxien ist das Lichtsammelvermögen (also der Durchmesser) zu klein. Da beginnt der Spaß bei 20 cm Öffnung. Die typische Empfehlung für Einsteiger ist daher ein 8-Zoll-Dobson-Teleskop, ohne Elektronik, mit dem man sich als Anfänger am Himmel entlangtastet und mit der Zeit die Wege zu den Objekten auswendig lernt.

Wenn es denn ein computergesteurtes Goto-Gerät sein soll, dann denke mal über wenigstens 15 cm Öffnung nach. Das ist noch ausreichend transportabel und sammelt doppelt so viel Licht wie 10 cm Öffnung.

Ich benutze für den schnellen Einsatz oder Ausflüge (wohne auch in einer Großstadt) einen Refraktor mit 80 mm Öffnung, d.h. ein besseres Fernglas. Für Planeten ein Maksutov-Teleskop mit 18 cm Öffnung (da hat man schon einiges in der Hand). Und für Fotografie eine stabile parallaktische Montierung, die allein würde deinen Kostenrahmen aber sprengen (und man hat viel zu schleppen).

Also: für Mond und Planeten als Start okay, Fotografie mit CCD überhaupt nicht, den Mond kann man mit einer DSLR schon mal knipsen und bei den Planeten erste Versuche mit einer Planetenvideokamera wagen.

Clear Skies
Sven


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 Betreff des Beitrags: Re: Beratung für Einsteiger
BeitragVerfasst: 27. Oktober 2017, 22:58:16 PM 
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Nutzer

Registriert: 21. Oktober 2017, 23:25:28 PM
Beiträge: 27
Lieber Sven,

Vielen Dank für Deine Antwort. Vielleicht muss ich doch ein bisschen mehr geld ausgeben...

MfG,
Frederic


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 Betreff des Beitrags: Re: Beratung für Einsteiger
BeitragVerfasst: 28. Oktober 2017, 08:53:48 AM 
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Meister

Registriert: 31. Juli 2006, 16:43:32 PM
Beiträge: 3466
Hallo Frederic! Ausgehend von dem, was Dir wichtig ist, sind 1000 Euro in meinen Augen zu wenig.
Zitat:
- ein System einfach zu bedienen, also mit motorisierter Montierung, und “GoTo” Anwendung oder ähnliches,
Das bekommt man schon für relativ wenig Geld weil die Steuerungen günstig sind.
Zitat:
- die Möglichkeit, eine CCD-Kamera anzubringen (vielleicht später),
Dafür brauchst Du ein stabiles und daher relativ schweres Teleskop-Montierungs-System. Insbesondere die Montierung sollte nicht zu leicht sein. Wenn alles wackelt, verliert man schnell die Freude weil wir hier von Genauigkeiten im Bereich von Bogensekunden reden.
Zitat:
- für Astrofotografie geeignet (Planeten, aber auch deep-sky Objekte),
Dafür brauchst Du neben der stabilen Montierung auch einen Kompromiss bezüglich des Brennweiten-Öffnungsverhältnisses (F-Zahl). F/10-Schmidt-Cassegrains (SC) sind hier eine gute Wahl. Die Brennweiten kannst Du evtl. mit einer Barlow- oder Shapley-Linse vergrößern bzw. verkleinern. Lange Brennweite für punktförmige, kurze für ausgedehnte Objekte am Himmel. Deep-Sky-Objekte haben eine relativ geringe Flächenhelligkeit, daher sollte das Teleskop nicht zu klein sein. Ich würde wie Sven bei mind. 20cm Öffnung anfangen. Übrigens hängt der für Beobachtungen wichtigere Bildkontrast leider vom Spiegeldurchmesser ab und nicht von der Spiegelfläche. Und die kostet leider Geld. Eine Faustregel von Zeiss aufgestellt: Der Preis geht mit der 3ten bis 4ten Potenz der Apertur. Mit Digitalkameras kann man eine kleine Apertur zwar durchaus kompensieren (längere Belichtungszeiten), dafür braucht es dann aber wieder eine stabile Montierung. Es hängt eben alles mit allem zusammen.
Zitat:
- das ganze Teleskop + Montierung usw. soll kompakt sein, und einfach im Auto zu transportieren (ich wohne in Berlin…),
Kompakt und trotzdem für Deine Bedürfnisse geeignet sind eigentlich nur die obigen SC-Teleskope. Die dazugehörige und nicht zu leichte Montierung wird dann nicht zu billig sein dürfen (Säule/Dreibein + Montierung).
Zitat:
- soll aber relativ robust sein (ich habe drei kleine Kinder),
Siehe oben.
Zitat:
- und auch nicht zu teuer! (weniger als 1000 Euro, erstmal nur Teleskop + Montierung + wesentliches Zubehör).
Das wird m.E. nicht glücklich enden. Ich würde mindestens 3000 Euro einplanen. Das ist natürlich viel Geld, doch wenn man sich später nicht über ein wackeliges Fernrohr ärgern möchte, ist das m.E. der Preis. Oder Du reduzierst Deine obigen Wünsche. Alternativ gibt es natürlich auch einen Gebrauchtmarkt. Optik schimmelt ja nicht...

Gruß, Thomas


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 Betreff des Beitrags: Re: Beratung für Einsteiger
BeitragVerfasst: 19. November 2017, 21:09:19 PM 
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Meister

Registriert: 08. Oktober 2016, 10:45:39 AM
Beiträge: 334
Wohnort: Köditz
Wie oben schon erwähnt ist auf jeden Fall die Montierung das wichtigste Bauteil! Da würde ich keinesfalls sparen. Ich habe mir vor etwa zwei Jahren die Celestron CGEM zugelegt und würde sagen, dass eine Montierung dieser Klasse das Minimum darstellt, wenn man fotografisch bei DeepSky unterwegs sein möchte. Bei längeren Belichtungen (ab etwa 30s) macht sich das Getriebespiel störend bemerkbar. Dem konnte ich mit einem Autoguider Abhilfe schaffen. Die Montierung ist schon relativ schwer, lässt sich aber noch gut transportieren. Anstrengender ist da noch der Akku, der eine ganze Nacht ausreichend Strom liefern soll.
Im Set habe ich mir auch ein C8 angeschafft. Das nutze ich aber nur, wenn ich mal Planeten oder andere Objekte visuell zeigen möchte. Es liegt fast nur rum.
Fotografisch arbeite ich inzwischen mit einem APO mit 100mm Öffnung. Natürlich wäre noch mehr Öffnung besser. Aber wie oben erwähnt steigen die Preise.
Wenn es am Anfang nicht so teuer sein darf: Sparen am Fernrohr, nicht an der Montierung. Wenn die passt, kann man später immer noch Öffnung aufrüsten.

Viele Grüße

Steffen


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